Verfasst von: Marc Marius Müller | März 5, 2008

Bye Bye – Vorerst

Mit dem Ende meines Auslandssemesters nimmt auch die Berichterstattung zunächst mal ein Ende. Ich werde daher zunächst das Schreiben auf diesem Blog einfrieren und das Material anderweitig verarbeiten – wie bleibt bis zur Fertigstellung erstmal unter Verschluss.

Danach wird es an dieser Stelle zwar weitergehen, aber ich möchte den geneigten Leser dieser Seite schonmal vorgewarnt haben, damit mir nachher keine Beschwerden kommen, ich hätte mich nicht anständig verabschiedet.

Vielen Dank an alle treuen Leser, egal ob fleißiger Kommentator oder stiller Mitverfolger. Ich hoffe es hat euch Spaß gemacht, die Geschichten mitzuverfolgen. Vielleicht hört / liest man sich ja mal wieder.

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Verfasst von: Marc Marius Müller | März 5, 2008

Kulturschock – Ein Resümee

Da ich mittlerweile eine Woche zuhause bin ist es wohl an der Zeit einen kleinen Rückblick zum Abschluss zu verfassen. Das passende Stichwort dazu kam von Max: Kulturschock.

Schon aus der Zeit als ich noch beim Schüleraustausch als ehrenamtlicher Betreuer tätig war ist mir in Erinnerung, dass dieses Schlagwort ein viel diskutiertes war. Es ging darum, dass jeder ihn haben würde, nur keiner so genau wisse wann eigentlich. Die Erfahrung zeigte, dass der Kulturschock nicht bei der Ankunft im fremden Land kommt, sondern bei der Rückkehr nach Hause. Warum eigentlich?

Ich glaube, es liegt daran das jeder mit der Erwartung ins Ausland fährt, dass ihn nun etwas völlig Neues trifft. Eine neue Kultur, etwas fremdartiges. Also ist man vollkommen darauf eingestellt bei 0 anzufangen. Kommt man dann nach Hause erwartet man jedoch, dass es alles bekannt ist, dass es sich vertraut anfühlt. Dabei gibt es nur ein großes Problem: Man selber verändert sich in der Zwischenzeit.

Durch die neuen Erfahrungen geprägt kann man leider nicht davon ausgehen, dass alles noch so ist wie es vorher mal war. Dummerweise erwarten die meisten der Daheimgebliebenen jedoch, dass man noch “ganz der alte” ist. Im Falle des Austauschjahres ist das nahezu unmöglich. 11 – 12 Monate in einer fremden Kultur, noch dazu zu einem Zeitpunkt, zu dem man ohnehin in der persönlichen Entwicklung viele große und wichtige Schritte macht, nämlich in der Adoleszenz.

Im Fall eines Auslandssemesters ist das auch gar nicht so anders. Anderer Kulturkreis, andere Sprache, andere Sitten, anderer Lebensstil. Man bekommt eine neue Prägung dazu. Aber bei der Abreise ist man darauf eingestellt. Bei der Rückkehr erhofft man sich etwas vertrautes. Und wird meist enttäuscht.

Als ich in Hannover landete merkte ich gleich, dass es auch komisch ist. Überall herrschte wieder diese typisch deutsche Stimmung. Als die Koffer nicht sofort zügig kamen gingen sich nach wenigen Minuten die ersten Hitzköpfe beschweren. “Unerhört! Wofür bezahl ich denn soviel wenn die ihre Arbeit nicht richtig machen?” Erschreckend, dass dieses Klischee sich in den ersten Minuten auf deutschem Boden bestätigte. Bremerhaven selber hat sich auch verändert. Auf einmal steht ein dubai-eskes Hotel am Deich, die umliegenden Bauprojekte Mediteraneo und Klimahaus nehmen ebenfalls Form an. Außerdem steht da plötzlich ein Rohbau eines neuen Timeport Gebäudes. Im Sportverein fühlt man sich wie ein Fremdkörper – obwohl man dort seit 18 Jahren dabei ist – und nichts scheint wie es mal war. Nur das ich diesmal nicht drauf eingestellt war. Ich wollte zuhause ankommen.

Zum Glück haben sich meine Eltern nicht großartig verändert. Ich gebe zu, ich habe es mir manchmal gewünscht, aber bin selten so froh gewesen, dass es ein Wunsch nicht erfüllt wurde. Um mit einem klugen Zitat zu schließen – ich habe diese Postkarte am Schreibtisch immer vor Augen : “Nicht zu bekommen was man will ist manchmal ein großer Glücksfall” (Dalai Lama)

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Verfasst von: Marc Marius Müller | Februar 25, 2008

Wie siehst DU denn aus? – Tollpatschigkeit tut weh

Wer jetzt spontan dachte es geht darum, dass ich wegen der vielen Abschiede aufgequollene Augen habe, den muss ich enttäuschen. Bisher bin ich da noch umhin gekommen. Es geht eher um meine ungeheure Tollpatschigkeit in den letzten Tagen.

Zunächst avancierte ich zum Experten der Selbstverstümmelung durch Nassrasur und sah unheimlich blöd aus. Also wirklich blöd. Irgendwie war ich halt ständig zu sehr in Gedanken und nicht wirklich aufmerksam bei der Sache. Es folgte Selbstverstümmelung beim Abwasch. Ja, richtig gelesen, beim Abwasch. Ich schnitt mich am Rand eines Topfes, weil der eine leicht scharfe Kante hat und ich beim Abtrocknen abgerutscht bin und sie mir ein wenig ungeschickt in den Finger gehauen habe.

Der Höhepunkt war der Abschied von Kris, die durch ein versehentliches Kitzeln bei einer Umarmung erst aus Reflex mir auf die Nase gehauen hat. Vorsichtshalber wollte sie mir dann ein Taschentuch reichen, weil es doch recht kräftig war. Bei dem Versuch trat sie mir leider vollkommen auf den Fuß, geschickterweise präzise auf die Zehen platziert. Ich wollte nach dem Taschentuch greifen, sie kam mir entgegen weil sie sich entschuldigen wollte und durch ihr Umdrehen und mein Entgegenkommen kam es dann zu einer Art Kopfnuss.

Wenn das so weitergeht bin ich vielleicht wirklich froh, wenn ich zuhause ankomme. Das ist ja gemeingefährlich hier ;)

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Verfasst von: Marc Marius Müller | Februar 25, 2008

Der böse Moment – viel zu viele Abschiede

Ich hasse Abschiede. Das wird mir besonders diese letzten Tage hier in Ourense bewusst. Und dann auch noch so viele auf einmal, das ist ja furchtbar. Dabei fing es alles ganz harmlos an.

Am letzten Donnerstag wurde ich von Mitstudenten – Salapa, Mario und Juán – eingeladen, noch ein letztes Mal gemeinsam loszugehen. Es war auch ein schöner Abend. Im Plaza de las Mercedes war auch eine Abschiedsfeier für Diogo, unseren Brasilianer, und daher waren auch die Erasmusleute fast vollzählig dort. So habe ich mich gleich auch von denen verabschieden können. Es wurden nochmal fleißig Email-Adressen ausgetauscht, für den Fall, dass man mal ungeplant eine Weltreise macht und mal einen Ansprechpartner vor Ort braucht. :)

Interessanterweise habe ich auch meine Rapperfraktion von der ersten Erasmusfeier wiedergetroffen. Die Ourensaner waren wieder fleißig am rappen und ich dachte, wo ich schonmal dabei bin verabschiede ich mich auch gleich von ihnen. Im Endeffekt habe ich dann auch gleich noch mit Francisco / Boky Kontaktdaten ausgetauscht, da wir mit Rap und Design gleich zwei gemeinsame Interessensgebiete haben. Mal abgesehen davon, dass er ein netter Kerl ist.

Nach einigen Runden durch die Vinos endeten wir im Extravaganza, einer Art Disko, und da ich schon furchtbar müde war – es war so kurz nach 5 Uhr morgens – haben wir uns dann auf der Tanzfläche verabschiedet, was Gott sei Dank im Trubel der Housemusik und der tanzenden Leute weniger beklemmend war als erwartet. So gingen wir einfach mit guten Wünschen auseinander und der Abmachung, einander irgendwann hier einmal wiederzusehen.

Am Freitag folgten dann weitere Abschiede in der Uni von den Professoren, die alle durchweg positiv waren, da alle nochmal voll des Lobes waren, was ja auch immer gut tut. Ich habe natürlich erwidert, wieviel Spaß ich an der Uni hatte und das es mir sehr gut gefallen hat. Und dafür musste ich ja auch nicht wirklich lügen, denn es war wirklich eine tolle und interessante Erfahrung.

Die härteren Nummern kamen dann danach. Freitagabend und Samstag war ich mit Kris unterwegs, die vor dem Abflug nach Brasilien nochmal ein paar Tage nach Ourense zurückgekehrt ist. Gestern – Sonntag – war dann Abschied und für sie war er sehr tränenreich, was mir sehr leid tat und dafür sorgte, dass ich danach ziemlich fertig war. Gott sei Dank war es da schon 3 Uhr morgens und ich war müde genug mir nicht mehr den Kopf zerbrechen zu müssen und einfach einschlafen zu können. Aber es ging schon an die Substanz, da sie von den Freunden vor Ort die engste Freundin war.

Heute nachmittag kam dann der Abschied von José und Nicole – samt Eltern und Gonchy – im Al Capone, inklusive einem letzten Versuch mich zum Bleiben zu überreden. Aber wir konnten uns drauf einigen, dass ich einfach möglichst bald wiederkomme. Da ich fast jeden Tag da war ging auch dieser Abschied mir an die Nerven und ich war schon arg traurig beim Verlassen des Restaurants, was man mir wohl auch angemerkt hat. Sind halt sehr feste Bezugspersonen und sehr gute Freunde geworden, ohne die es sicherlich wesentlich trister gewesen wäre.

Im Anschluss ging es direkt zur Uni, um mich auch von Raquél, meiner Partnerin des Sprachtandems, zu verabschieden. Gott sei Dank blieb es bei einem ausgedehnten Spaziergang, einer Weinempfehlung und einer Diskussion über amerikanische Aussenpolitik. Das machte es weniger traurig. Aber mit Kris und den “Capones” ist auch der wirklich mit Abstand schlimmste Teil geschafft und es kann nicht mehr viel kommen.

Außerdem bleibt ja auch der Gedanke, dass es in Deutschland ebenfalls Leute gibt, die man gerne wiedersehen möchte. Und das geht dann ja ab Dienstag dann wieder :)

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Verfasst von: Marc Marius Müller | Februar 22, 2008

Abschiedstour durch Ourense – und es war Sommer…

Gestern war es dann doch endlich einmal soweit. Nachdem ich noch ein paar Papiere fertig gemacht hatte und am Vortag ja die letzten Fragebögen ausgefüllt hatte hatte ich genug Zeit für eine Fototour durch Ourense. Schon die ganzen letzten Tage wollte ich unbedingt noch einmal raus und besonders am Fluss ein paar Fotos machen. Als hab ich mich mit meiner Kamera und ein paar Ersatzbatterien bewaffnet und bin runter zum Miño.

Es entstanden dort auch viele Fotos – Digitalkamera sei Dank – und ich weiß nicht, wie oft ich nun schon die Brücken fotografiert habe. Aber jedes Mal faszinierte mich das Zusammenspiel von Architektur und Umgebung, besonders wenn ich auch noch die Spiegelung im Fluss gut aufs Bild bekommen konnte. Dann musste ich ja unbedingt noch die Milleniumsbrücke fotografieren und ein wenig am Centro Comercial Pontevella.

Während ich so am Fluss und später durch die Innenstadt flanierte viel mir auf, dass unheimlich viel los war auf den Straßen. Es war nachmittags und die Straßencafés waren voll. Auf dem Sportplatz an der Puente Romano tummelten sich unzählige Leute, sowohl der Skate-Park als auch der Basketballplatz und natürlich sowieso der Fußballplatz waren voll von aktiven Sportlern, so dass ich mich schon ärgerte nicht mitmachen zu können. In den Straßen roch es nach den verschiedensten Aromen, weil alles die Tür offen hatte: Bäcker, Fleischer, Churrerias…

Es war ein herrlich sonniger Tag und in meiner Trainingshose und T-Shirt war mir schon eindeutig zu warm solange ich nicht im Schatten war – wo es dann immernoch warm genug war. Ich kam mir vor wie im Sommer, nur dass der mehrfache Blick auf die Uhr immer wieder den 21. Februar zeigte und nicht wie man glauben könnte 21. Juli.

Hätte ich nicht irgendwann unheimlich dollen Hunger bekommen und auch noch zur Uni gemusst um letzte Fragen zu klären, ich hätte bis spät abends so herumlaufen können. Zudem traf ich ständig und überall Bekannte. Am Fluss sah ich Maria, quasi meine Ablösung als deutscher Erasmus, die auch im Wohnheim wohnt und nach der Uni wohl noch los ist. Später traf ich am Parque San Lazaro noch Adriana, mit der ich auch ein Weilchen reden konnte. Gerade als ich mich dann auf den Weg machen wollte begegnete ich noch Raquél, meiner Partnerin aus dem Tandem de Conversa, dem Sprachtandem wo ein Spanier und ein ausländischer Student die jeweils andere Sprache üben. War eine schöne Gelegenheit mich auch von ihr noch einmal zu verabschieden. Insbesondere da sie fälschlicherweise dachte, ich würde bis Juni bleiben und ich mich schon gewundert hatte, wieso sie sich nicht meldet obwohl sie doch wissen müsste, dass ich bald weg bin.

Zum Schluss ging es noch kurz in die Uni und ich konnte auch letzte Fragen klären und hatte endlich das ruhige Gewissen, alles wichtige hinter mir zu haben, und die letzten Tage nun doch ein wenig ausspannen zu können – auch wenn es nur sehr wenige Tage sind. Außerdem konnte ich mich gleich noch von Arno, dem Erasmusverantwortlichen, und Alma, der Professorin von ISII, verabschieden, wobei mich letztere einlud doch gerne jederzeit wiederzukommen und dann mit ihr mal einen Kaffee zu trinken. Sowohl aus Höflichkeit als auch weil ich mich persönlich wirklich über dieses Angebot gefreut hab verschwieg ich einfach mal, dass ich gar keinen Kaffee trinke, was mir ja meistens sowieso keiner glaubt ;)

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Verfasst von: Marc Marius Müller | Februar 20, 2008

Flyerdesign – echt nur schwarzweiß?

In den letzten Tagen habe ich mich mit José ein wenig um neue Flyer für sein Restaurant gekümmert. Ich sollte welche für ihn entwerfen aber ist es aus Budget und Zeitgründen doch bei einem sehr einfachen Remake eines alten Flyers geblieben, bei dem ich lediglich den Text aktualisiert habe.

Flyer V1 Grayscale

Ich persönlich hätte natürlich gerne das Schriftenchaos gelöst, aber da ich weder das Logo hatte – und er mir auch nicht sagen konnte welche Schrift es ist, so dass ich es hätte nachbauen können – noch das Bild musste ich leider aus einem 100 dpi JPEG Text ausschneiden, als Farbfeld füllen und durch den neuen Text ersetzen. Das Druckergebnis war aufgrund des schwarzweißen Drucks zwar akzeptabel, aber die Vorgehensweise widersprach leider so ziemlich allem, was ich im Studium gelernt habe. Gerade ein gewisser Professor, den ich für seine Detailliebe immer sehr schätzte, würde vermutlich nicht mehr mit mir reden. Aber ok, das Budget war ein Teller leckerer Reis mit Hühnchen, der Druck kostete für 200 Exemplare in s/w auf 100 g Papier inkl. Zurechtschneiden günstige 3,50 € und wir kamen zu der Überzeugung, dass es gemessen an der Qualität der Werbung die man hier zu sehen bekommt nicht negativ raussticht.

Nun gut, das Design und Layout ansonsten gefallen mir ja auch sehr gut, wären da nicht die viele verschiedenen Schriften. Man kann nicht alles haben. Das Essen war trotzdem gut und man dankt :)

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Verfasst von: Marc Marius Müller | Februar 20, 2008

Neue Ergebnisse – es geht in den Endspurt

Seit heute nachmittag stehen weitere Noten fest und zum Glück sind es welche, die mich die jeweiligen Fächer bestehen lassen. Sogar der Wackelkandidat ISII (Introducción a los Sistemas Informaticos Inteligentes = Einführung in intelligente informatische Systeme) ist bestanden. Ebenfalls endgültige Bestätigung, dass ich bestanden habe kam für die Fächer SM (Sistemas Multimedia) und TM (Tecnologías Multimedia). Zudem habe ich gerade die letzten beiden Fragebögen für ESX (Ingeniería de Software de Gestion = Software Engineering) ausgefüllt, so dass diese Note auch nicht mehr lange auf sich warten lassen kann. Außerdem werden Ende dieser Woche die sog. Actas eingereicht, also sämtliche Notenlisten der Fächer müssen fertig sein.

Der aktuelle Stand der bestandenen Fächer ist damit der folgende:

  • Programación Videojuegos (= Videospiel Programmierung)
  • Sistemas Multimedia (= Multimedia Systeme)
  • Tecnologías Multimedia (= Multimedia Technologien)
  • Historia del Cine español (= Geschichte des spanischen Kinos)
  • Introducción a los Sistemas Informaticos Inteligentes (= Einführung in intelligente informatische Systeme)

Noch ausstehend sind die Noten für:

  • Ingeniería de Software de Gestion (= Software Engineering)
  • Diseño de Interfaz de Usuario (= Interface Design)

Da wie gesagt die Akten Ende dieser Woche eingereicht werden müssen ist es allerdings kein allzu langes Warten mehr. Aber mit ISII ist mit ohnehin der größte Stein vom Herzen gefallen, da es das schwerste Fach von allen war.

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Verfasst von: Marc Marius Müller | Februar 18, 2008

Calimocho – wieso genau trinken wir das eigentlich?

Am Donnerstag war ich seit langem mal wieder mit meinen Mitstudenten unterwegs. Nachdem ich ihnen erst eine Weile zugucken musste, wie sie unter Einfluss etlicher Biere versuchten Schach zu spielen konnte ich sie überzeugen, dass es an der Zeit sei, langsam loszugehen. Es war knapp 1 Uhr morgens. So begaben wir uns also in Richtung Plaza de la Mercedes und hatten im Gepäck etwas Cola und Rotwein sowie Becher. Unterwegs wurde noch Eis dazu gekauft.

Dem geneigten Leser geht es eventuell wie mir: Cola und Rotwein? Ja, leider richtig gelesen. Dieses Gemisch wird hier leider oft zum “Vorglühen” benutzt, da es sehr billig ist. So füllten sich unsere 0,5 l Becher auch verhältnismäßig schnell. Es war das erste Mal, dass ich dieses Gebräu getrunken habe – bisher hatte ich es immer geschafft mich zu weigern. Aber nun gut, es ist kurz vor meiner Abreise, da probiert man noch einmal Sachen, die man sonst nicht probieren würde. Das Resultat: Es schmeckt so merkwürdig wie es klingt. Und da es auch nur mit dem allerbilligsten Rotwein gemacht wird bekommt man gerne mal Bauchschmerzen – sowie furchtbare Kopfschmerzen am nächsten Morgen, was mir aber erspart blieb.

Nachdem wir zu dritt die zwei Tetrapacks Wein geleert hatten ging es weiter in Richtung Vinos. Also irgendwelche Kneipen aufsuchen. Im Gabana lief ausnahmsweise mal eher elektronische Musik und trotzdem wollte der Großteil unserer mittlerweile gewachsenen Gruppe dort hinein. Irgendwann aklimatisierte sich auch mein Bauch und mein Magen schloss Frieden mit dem Calimocho. Also hab ich mal versucht ein wenig zu tanzen, was auch gut klappte, bis ich von einem homosexuellen Tänzer massiv angegraben wurde. Da er vermutlich stark alkoholisiert war – er machte jedenfalls den Eindruck – wollte er partout nicht auf mich hören als ich ihn beschwor es sei für uns beide besser, wenn er sich einen anderen suche, da ich seine Neigung nicht teile. Irgendwie wurde er leider nach einiger Weile etwas aggressiv und fing an mich auffällig anzurempeln und ein wenig umher zu schubsen, was allerdings nach einem leichten körperlichen Verweis auch endete. Trotzdem überredete ich den Rest meiner Truppe den Ort zu wechseln.

Wir endeten in einer sehr kleinen Kneipe wo es leider zu Kurzen überging. Den ersten Licorcafé trank ich noch in der Hoffnung, dass er meinen Magen weiter aufräumt, was natürlich nicht klappte. Ein weiterer Chupito folgte und ich merkte, dass der Zeitpunkt gekommen war, da es galt, mit dem Trinken aufzuhören. Leider lud uns der Barkeeper ein, eine Runde aufs Haus zu trinken. Meine inständige Weigerung wurde zunächst missverstanden, aber als ich erklärte, das sei nichts persönliches, aber man müsse nunmal seine Grenzen kennen verstand er langsam. Während einer meiner Kollegen sich nach der vorherigen Runde nicht mehr allzu gerade fortbewegen konnte erklärte der Barkeeper meinen Mitstudenten, dass die Deutschen nunmal ein sehr diszipliniertes Volk seien und sie sich lieber ein Beispiel nehmen sollten, wenn sie es im Leben zu was bringen wollten. Die Reaktionen gingen von leichtem Beleidigtsein bis hin zu schallendem Gelächter. Ich verweigerte jeden Kommentar.

So endete der Abend dann doch recht bald, da meine Mitstudenten den Wunsch äußerten mich einmal hemmungslos abfüllen zu wollen, womit ich nicht so ganz einverstanden war. Also trennten sich unsere Wege gegen halb 5 dann doch früher als erwartet – ich rede von spanischem Maßstab :)

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Verfasst von: Marc Marius Müller | Februar 15, 2008

Weitere Ergebnisse – es nimmt Form an

Da ich ja wie vor kurzem erzählt auch mein Videospiel endlich eingereicht habe steht seit neuestem eine weitere Note fest. Ich habe Videospiel Programmierung mit der “Sobresaliente” abgeschlossen und befinde mich bei den diesjährigen Noten mit ganz vorne. Und das freut mich natürlich.

Da David das Konzept und Design meines Spiels gut gefallen haben bat er mich um einige kleinere Korrekturen und Ergänzungen um das Spiel später als Arbeitsbeispiel für kommende Kurse auf seine Internetseite zu stellen. Also muss ich noch kleine Mängel beim Drehen der Steine beheben, einen kleinen Fehler bei der Berechnung der Punkte, verhindern, dass Spielsteine das Spielfeld verlassen können und eine Anleitung schreiben, da er es nicht auf Anhieb verstanden hat.

Damit sind nun 4 von 7 Fächern bestanden, die restlichen 3 stehen ja noch aus, also bin ich glaube ich auf einem guten Weg, dass dieses Semester ein erfolgreiches wird. Daumen drücken wie immer willkommen :)

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Verfasst von: Marc Marius Müller | Februar 12, 2008

BrixX – unzählige Nächte später

Soeben ist es endlich geschehen: die letzten Zeilen Programmcode sind getippt, das Design wurde noch kurz optimiert, ein kurzes Antesten und dann war es auch vorbei. Mein Videospielprojekt BrixX ist endlich fertig.

Nachdem der eigentliche Abgabetermin ja zusammen mit der Klausur lag hatte ich von David, dem Professor des Fachs, einen weiteren Aufschub bekommen. Ursprünglich bis zum nächsten Morgen, dann bis Montag und nun noch einmal bis Mittwoch, also morgen. Letzte Woche hatte ich bereits eine Nacht komplett durchgearbeitet in der Hoffnung es noch rechtzeitig zu schaffen. Aber dummerweise hatte ich vor Müdigkeit unzählige Denkfehler eingearbeitet.

David hatte mir dann in einer kleinen Beratungsstunde ein paar sinnvolle Tipps gegeben, da er zugeben musste, dass das Projekt für eine Einzelperson sehr umfangreich und komplex ausgefallen ist – zumal ich auch immer viel Zeit für das Design verwendet habe. Nachdem ich gestern dann den entscheidenden Hinweis bekommen habe lief es unheimlich gut und mit seinem Rat, wie ich das Debugging vereinfachen kann, war auch die Fehlersuche weitaus weniger kompliziert als erwartet.

Also habe ich auch diese Nacht bis spät dran gefeilt, wenn ich auch dieses Mal lieber etwas mehr geschlafen habe. Und heute nachmittag kam dann der Feinschliff und einige Details, die ich noch gerne ergänzen wollte. Im Endeffekt bin ich nun sehr zufrieden damit wie es geworden ist. Und damit auch jeder weiß wovon ich spreche, kann der geneigte Leser das gute Stück ab sofort auch herunterladen. Dazu bitte auf das jeweilige Bild klicken.

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Viel Spaß dabei :)

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