Ich hasse Abschiede. Das wird mir besonders diese letzten Tage hier in Ourense bewusst. Und dann auch noch so viele auf einmal, das ist ja furchtbar. Dabei fing es alles ganz harmlos an.
Am letzten Donnerstag wurde ich von Mitstudenten – Salapa, Mario und Juán – eingeladen, noch ein letztes Mal gemeinsam loszugehen. Es war auch ein schöner Abend. Im Plaza de las Mercedes war auch eine Abschiedsfeier für Diogo, unseren Brasilianer, und daher waren auch die Erasmusleute fast vollzählig dort. So habe ich mich gleich auch von denen verabschieden können. Es wurden nochmal fleißig Email-Adressen ausgetauscht, für den Fall, dass man mal ungeplant eine Weltreise macht und mal einen Ansprechpartner vor Ort braucht.
Interessanterweise habe ich auch meine Rapperfraktion von der ersten Erasmusfeier wiedergetroffen. Die Ourensaner waren wieder fleißig am rappen und ich dachte, wo ich schonmal dabei bin verabschiede ich mich auch gleich von ihnen. Im Endeffekt habe ich dann auch gleich noch mit Francisco / Boky Kontaktdaten ausgetauscht, da wir mit Rap und Design gleich zwei gemeinsame Interessensgebiete haben. Mal abgesehen davon, dass er ein netter Kerl ist.
Nach einigen Runden durch die Vinos endeten wir im Extravaganza, einer Art Disko, und da ich schon furchtbar müde war – es war so kurz nach 5 Uhr morgens – haben wir uns dann auf der Tanzfläche verabschiedet, was Gott sei Dank im Trubel der Housemusik und der tanzenden Leute weniger beklemmend war als erwartet. So gingen wir einfach mit guten Wünschen auseinander und der Abmachung, einander irgendwann hier einmal wiederzusehen.
Am Freitag folgten dann weitere Abschiede in der Uni von den Professoren, die alle durchweg positiv waren, da alle nochmal voll des Lobes waren, was ja auch immer gut tut. Ich habe natürlich erwidert, wieviel Spaß ich an der Uni hatte und das es mir sehr gut gefallen hat. Und dafür musste ich ja auch nicht wirklich lügen, denn es war wirklich eine tolle und interessante Erfahrung.
Die härteren Nummern kamen dann danach. Freitagabend und Samstag war ich mit Kris unterwegs, die vor dem Abflug nach Brasilien nochmal ein paar Tage nach Ourense zurückgekehrt ist. Gestern – Sonntag – war dann Abschied und für sie war er sehr tränenreich, was mir sehr leid tat und dafür sorgte, dass ich danach ziemlich fertig war. Gott sei Dank war es da schon 3 Uhr morgens und ich war müde genug mir nicht mehr den Kopf zerbrechen zu müssen und einfach einschlafen zu können. Aber es ging schon an die Substanz, da sie von den Freunden vor Ort die engste Freundin war.
Heute nachmittag kam dann der Abschied von José und Nicole – samt Eltern und Gonchy – im Al Capone, inklusive einem letzten Versuch mich zum Bleiben zu überreden. Aber wir konnten uns drauf einigen, dass ich einfach möglichst bald wiederkomme. Da ich fast jeden Tag da war ging auch dieser Abschied mir an die Nerven und ich war schon arg traurig beim Verlassen des Restaurants, was man mir wohl auch angemerkt hat. Sind halt sehr feste Bezugspersonen und sehr gute Freunde geworden, ohne die es sicherlich wesentlich trister gewesen wäre.
Im Anschluss ging es direkt zur Uni, um mich auch von Raquél, meiner Partnerin des Sprachtandems, zu verabschieden. Gott sei Dank blieb es bei einem ausgedehnten Spaziergang, einer Weinempfehlung und einer Diskussion über amerikanische Aussenpolitik. Das machte es weniger traurig. Aber mit Kris und den “Capones” ist auch der wirklich mit Abstand schlimmste Teil geschafft und es kann nicht mehr viel kommen.
Außerdem bleibt ja auch der Gedanke, dass es in Deutschland ebenfalls Leute gibt, die man gerne wiedersehen möchte. Und das geht dann ja ab Dienstag dann wieder 
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