Verfasst von: Marc Marius Müller | September 28, 2007

Und los gehts – Universität Woche 1

In Übereinstimung mit den Forderungen aus Deutschland muss ich ja vor Ort ein paar Credits sammeln, damit mir das Auslandssemster überhaupt angerechnet wird. Das wären an sich 15, aber um eine gewisse Dame glücklich zu machen, die ich nicht namentlich erwähnen möchte, mache ich halt 30, bzw versuche es. Wie bereits vorher mal erwähnt ist es für Spanier verwunderlich, dass ich richtig studieren möchte, und nun insgesamt 6 Kurse belege – was für mich relativ selbstverständlich war.

Insgesamt ergab sich nun folgende Fächerwahl:

  • Programacion de Videojuegos | Videospiel-Programmierung
  • Historia del Cine Español | Geschichte des spanischen Kinos
  • Introduccion a los Sistemas Informaticos Inteligentes | Einführung in intelligente Systeme
  • Ingenieria de Software de Gestion | Software Engineering
  • Diseño de Interfaces de Usuario | Interface Design
  • Sistemas Multimedia | Multimedia Systeme

Gewöhnungsbedürftig ist dabei, dass es auch Kurse von 18-20 Uhr geben wird, was mir nicht so gut gefällt, aber da ich den Freitag komplett frei habe, werde ich das wohl in Kauf nehmen können.

Am Montag ging es um 14 Uhr los mit spanischem Kino. Um mir entgegen zu kommen bot mir die Professorin an, ich könne wegen der Sprachprobleme gerne einen Stummfilm analysieren als Semesterarbeit. Fand ich jedenfalls enorm nett, wenn ich auch lieber einen “echten” Film nehmen würde. Als Zusatzaufgabe für ein paar Punkte zur Notenaufbesserung kann man auch als Freiwilliger beim Filmfestival in Ourense mitwirke, was ich durchaus mal in Erwägung ziehen will, da ich dort sowieso gern hin wollte. Der Kurs geht allerdings erst am 15. Oktober wirklich los, was auch ganz nett ist.

Am Dienstag ging es weiter mit Software Engineering. Der Professor war mir von Gesprächen in der Woche zuvor bekannt und da eigentlich recht freundlich. Trotz einiger Scherze am Rand fuhr er jedoch gleich Geschütze wie Anwesenheitspflicht und Zeitplankontrollen auf. Das war zwar ein kleiner Schock, aber da das Fach noch aus Deutschland als Pflichtfach auf der Liste steht muss ich da nun wohl durch – zumal der Professor in Deutschland auch alles andere als ein Menschenfreund war. In der Einführung in intelligente Systeme im Anschluss ging es in der Präsentaton der Fachinhalte um Suchalgorithmen und logische Programmierung mit Prolog. Eigentlich abschreckend, aber irgendwie auch interessant. Wurde also in die Liste der Fächer aufgenommen, die wohl tatsächlich zum Lernen da sind.

Der Mittwoch brachte lediglich die erste Vorlesung von Software Engineering in der gepredigt wurde, dass Software nuneinmal so teuer sei, weil es eine Ingenieursleistung sei und man einem Architekten ja auch keine 20 Euro für seine Zeichnung gibt. Interessanter Vergleich zwar, aber eher langweilig. Besser wurde es abends – die elende 18 – 20 Uhr Vorlesung – bei Videospiel-Programmierung. Es wird darum gehen in Flash kleine Spiele zu programmieren, sowohl Brettspiele als auch 3D Sportspiele, mit isometrischer Perspektive, also gefaketem 3D. Die Werkstücke der vergangenen Jahre machten definitiv Lust auf mehr.

Der Donenrstag mit Multimedia Systemen brachte nur die Erkenntnis, dass dort ebenfalls in Flash gearbeitet werden soll, und zwar eineinteraktive Anwendung erstellen. Ich fragte ob ein Portfolio für Web oder auch auf CD in Ordnung sei und dem Prof gefiel die Idee. So kann ich vielleicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen und mein privates Arbeitsziel mit dem Studium kombinieren. Interface Design lief da eher unter ferner liefen, da die Präsentation vollkommen kofus und inhaltslos war, die Werkstücke und die Liste der Themen aus dem internet aber vielversprechend genug waren, um es mal zu probieren.

Alles in allem ein ausgewogener Plan, mit Informatik-, Design und Theorieanteilen, wo denke ich keine allzu große Langeweile aufkommen sollte.


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