Verfasst von: Marc Marius Müller | Oktober 7, 2007

Botellon die Zweite – Cola mit Wein??

Am Donnerstag war wieder einmal Botellon angesagt. Dieses mal nicht von Erasmus aus, sondern vom Wohnheim. Passte mir ganz gut, da ich sowieso endlich mal die ganzen Spanier des wohnheims kennenlernen wollte – kante bis dato nur die 5 Türken, die drei Franzosen und den Finnen, sowie Carlos. Wir versammelten uns also alle beim Billardtisch im Keller, es wurde ein wenig vorgetrunken, und zwar Rotwein mit Cola. Da ich ohnehin schon nicht so gut drauf war vom Magen her verzichtete ich lieber. Ich erntete allerdings auch so schon irritierte Blicke Marke “Der sieht irgendwie anders aus, spricht aber recht normal” – so wurde es mir erklärt später.

Wir machten uns auf zum Plaza de la Mercedes, DER Botellon Platz, und bildeten ein Wohnheim-Rudel. Wir blieben irgendwie die meiste Zeit auf einem Haufen. Ich kam erneut mit Marcos und seiner Freundin, sowie Miguel ins Gespräch, mit denen ich diverse Male Billard gespielt hatte. Es fielen einige lustige Bemerkungen über Deutsche und ihre Art zu sprechen. Wir reden angeblich sehr laut und kräftig und klingen sehr rau. Ich möchte ungern in alberne Rechtfertigung verfallen, aber Spanier reden meinem Empfinden nach wesentlich lauter – ich führ das immer auf das Temperament zurück – und fluchen deutlich mehr.

Dadurch wurden andere auf mich aufmerksam und kamen an um zu erfahren ob ich echt Deutscher sei. Einige machten einen Deutschkurs an der Uni, nachdem ich aber auf Deutsch kaum was verstanden habe – ich habs der Höflichkeit halber drauf zurückgeführt, dass ich einfach schon zu sehr ans Spanische gewöhnt sei – haben wir uns auf Spanisch unterhalten. Ich lernte schnell ein paar Namen und fand heraus, das einige Leute mich wohl irgendwie schon kanten vom Hören, bloß nie wussten ob sie mich einfach auf Spanisch ansprechen können. Die so versäumten Gespräche wurden alle sofort nachgeholt. Die doofen Bremer hätten ja verloren usw. Wunderbar, genau mein Thema :P

In Maria und Amalia lernte ich endlich auch mal Leute kennen, die nicht Informatik studieren. Erschreckenderweise studiert das halbe Wohnheim Informatik. Die Tatsache, dass ich in Deutschland aber nebenbei auch Gestaltung mache sehen sie allerdings als wesentlich cooler an. Endlich mal jemand, der das zu schätzen weiß. Sollte man an der HS Bremerhaven auch einführen, diese Einstellung :) Die teilweise recht schnell wechselnde Zuneigung einiger Mädchen hier stieß mir allerdings merkwürdig auf. Da waren Frauendie man recht eindeutig schon in Wochen zuvor jemandem zugeordnet hatte, die genauso eindeutig jemand anders eroberten an jenem Abend. Es folgte der Versuch, mit Carlos das Wort “nuttig” ins Spanische zu transferieren, was wir aber abbrechen mussten, da auch wir kurze Zeit später in Gespräche verwickelt wurden.

Eine Gruppe, die ich häufig beim Trivial Pursuit spielen gesehen hatte lud mich ein, doch einmal mitzuspielen und versichtere mir, die Fragen seien nicht auf Spanien beschränkt, sondern international und ich dürfte auch mein Wörterbuch benutzen :) Da Trivial Pursuit sogar auf Deutsch recht anspruchsvoll ist sicherlich eine gute Regelung.

Mit Zanti – ein Spanier, der mal in Berlin für eine deutsche Feldhockeymanschaft Probetraining hatte – und Pierre – der Franzose, der kaum Spanisch spricht, aber sehr gutes Englisch – hatte ich auch ein paar Gefährten gefunden, mit denen ich mich einigte, in den kommenden Tagen einmal eine Runde Basketball oder ähnliches zu spielen, damit meine faulen Knochen mal wieder Bewegung sportlicher Natur bekommen, statt nur Spaziergänge zm Einkaufen oder durch Museen und alte Städte.

Der Abend endete um 5 Uhr und führte dazu, dass ich den kompletten Freitag faul zuhause hing, weil ich verschlafen hatte und es nicht mehr rechtzeitig zur Post schaffte.


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