Verfasst von: Marc Marius Müller | Oktober 28, 2007

Ein später Willkommensgruß – Starterkit

Der Sonntag fing schon gut an. Ich konnte eine Stunde mehr schlafen ohne dadurch den kompletten Tag zu versäumen. Wunderbar. Ich bin zwar trotzdem früher aufgestanden, aber so konnte ich diese eine Stunde nutzen, um das Bad mal wieder gründlich zu reinigen, ebenso die Küche.

Nach meiner Putzaktion hatte ich Lust, mal nach unten zu schauen, in der Hoffnung vielleicht jemanden zu treffen auf eine Partie Billard oder ähnliches. Am vorigen Tag hatte ich mich ebenfalls spontan nach unten begeben und es entstand ein ausgedehntes Gespräch mit dem Wachmann über Gott und die Welt. Wir waren uns bis daher immer unsympatisch gewesen, weil ich dachte er könne mich nicht sonderlich leiden. Er dachte dasselbe über mich, weil ich ihn halt immer nur kurz grüßte, in dem Gedanken, dass er ohnehin nicht groß reden wollte. Wieder eine Lektion gelernt.

Heute war ein anderer Wachmann da, mit dem ich mich über eine kommende Fotografieausstellung unterhielt, die ich gern besuchen wollte. Er kannte sie aus den vorigen Jahren – sie findet jährlich statt – und konnte sie wärmstens empfehlen. Ein Zeitungsartikel darüber war passenderweise auch gerade im Lokalteil und ich war bestens informiert – außer über die Öffnungszeiten, die man irgendwie wohl vergessen hatte in den Artikel zu verpacken.

Gegen Ende fragte mich die treue Seele, ob ich denn schon mein Willkommenspaket hätte. Mein irritierter Blick sprach Bände genug, so dass er direkt in den Nebenraum lief und mit einer blauen Box und einer Liste zurückkam. Ich musste unterschreiben, dass ich mein Paket erhalten hatte. Er erläuterte mir kurz, dass man zum Dank, dass man sich für RESA – die Firma, die die meisten Wohnheime hier betreibt – entschieden habe, dieses kleine Paket bekommt.

Da das Gespräch eh beendet war und der gute Herr seine Runde drehen musste ging ich nach oben und wollte mal schauen, was man mir denn so überreicht hatte. Der Inhalt war wirklich eine interessante Mischung:

  • ein Paket Bandnudeln der Marke “Gallo” (die ziemlich lecker sind, denn ich hatte sie bereits einmal gekauft)
  • ein Paket Kabberzeug, bestehend aus Mais- und Kartoffelchips und -Flips
  • eine Zeitschrift (vom RESA Club, der mich spontan an den GENO-Club der Volksbanken erinnerte)
  • ein Oxford Notizbuch (ein kleines Ringbuch für Notizen, allerdings recht nett aufbereitet)
  • ein Stabilo bionic (angeblich super grifffestes und ergonomisches Schreibutensil), und…
  • eine Abanderado maax Boxershorts!

Und damit kommt der Punkt, wo ich ein wenig die Augen verdrehte und meine Kinnlade sich erheblich senkte. Eine Boxershorts? Ich meine, schön und gut, nett gemeint, aber wieso schenkt mir mein Vermieter eine Boxershorts? Werbekugelschreiber, Werbeshirts oder Aufkleber, vielleicht ein Luftballon oder sowas, das wäre ich ja gewohnt. Aber Unterwäsche ist ja doch irgendwie extravagant.

Ein Freund gab die Vermutung ab, der Vermieter wolle mich darin sehen. Ich werde also den Artikel hiermit beenden und mein Zimmer nach Kameras und ähnlichem absuchen gehen. ;)


Antworten

  1. *will auch ne Bild* ;-)

    Hey Marius!

    Hier geht ein stinklangweiliges Wochenende langsam zu ende. Bin Freund/Vater/Mutter verlassen…..sturmfreie Buse also und konnte nichts draus machen…jetzt texte ich dich mal bißchen zu!:-)
    Wenigstens Harry Potter hatte ich im Briefkasten!
    Nettes Startpaket, die Unterbüx finde ich aber auch reichlich seltsam!:D

    Als dann…noch einen schönen Sonntag, hoffe dass du mehr draus machen konntest als ich!

    Liebe Grüße

    anja

  2. Nein, ich werde keine Bilder veröffentlichen! ;)


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