Verfasst von: Marc Marius Müller | November 18, 2007

Es war einmal in Spanien Teil 9 – Essen gehen

Und ein weiteres Beispiel spanischer Dolce vita – wobei das ja eigentlich italienisch ist und korrekt übersetzt ‘vida dulce’ heißen müsste. Dieses Mal habe ich mich nach den Erlebnissen der letzten Wochen einem Thema gewidmet, dass mir selbst und auch den Galiziern sehr am Herzen liegt: Essen ;)

Der Spanier an sich scheint recht häufig Essen zu gehen. Wann immer ich abends an den bekannten Plätzen vorbei schaue, ob wochentags oder am Wochenende, es ist immer reger Betrieb in den Restaurants und Tapa-Kneipen. Neben den ‘unmöglichen’ Essenszeiten fällt diese Häufigkeit wirklich als weiteres Kriterium auf. Und in mehreren Gesprächen mit Galiziern und Nicht-Galiziern ist rausgekommen, dass Galizien die Gegend Spaniens ist, bei der dem Essen ein besonders hoher Stellenwert eingeräumt wird. Mein Vater berichtete einst von einem weisen Satz, den sein Vater verkündete: “Ein echter Mann muss drei Mahlzeiten überspringen, aber auch drei Mahlzeiten auf einmal essen können.” Ich glaube, das bei meinen Eltern der Glaube vorherscht, ich halte mich besonders an den zweiten Teil dieses Leitsatzes. Jepp, ich esse gern :)

Von daher kommt mir dieser Lebensstil natürlich sehr gelegen. Ein weiterer Grund ist mein immerwährender Kampf mit der Küche, stets mit dem Ziel im Auge eine neue Pastavariation oder eine neue Form von Rührei zu entdecken. Die häufigen Einladungen auswärts zu essen sind da ein sehr willkommener Weg, Abwechslung in die kulinarische Routine zu bringen.

Nach einigen Ausflügen bleibt besonders eins noch hervorzuheben: die Preise! Wir waren bei PizzaMovil und es kam heraus: Etwas über 8 Euro für eine 30 cm Pizza mit drei Zutaten (zusätzlich zur Basis, namentlich Teig, Tomatensoße und Käse). Das kligntn icht spektakulär, wäre da nicht dieses Angebot mittwochs, donnerstags und freitags, zwei dieser Pizzen zum Preis von einer zu bekommen. Und da es auch möglich ist, sich die zweite Pizza als Gutschein gutschreiben zu lassen und an einem anderen Tag zu essen (auch an dem das Angebot sonst nicht gilt) ist dies ein wirklich gutes, universell nutzbares Angebot.

Ähnlich sieht es aus beim Chinesen: wir waren zwei Personen und bestellten ein Menü für zwei. Es gab für jeden eine Frühlingsrolle, eine große Schale mit Reis, eine Schale mit Huhn in Bambus und chin. Pilzen und eine Schale mit Schwein süß-sauer. Als Nachtisch hatte Carlos ein ‘flambiertes Eis’, eine Eiskugel im Teigmantel (innen Biskuit, aussen Blätterteig), der eigentlich flambiert wird, in diesem Fall allerdings nur mit Honig übergossen war. Dazu hatte jeder eine Cola. Zum Abschluss gabs für jeden einen Blumenschnaps und eine kleine Flasche von diesem Gebräu als Geschenk dazu. Preis dieses üppigen Menüs: 23,50 Euro.

Ähnliche Beobachtungen machten wir auch im Zun – einem normalen Allerweltslokal – und einem anderen leckeren Restaurant im Centro Comercial, wo jeder für ein Menü 7,20 Euro zahlte, inkl. Getränk, allerdings ohne Vorspeise.

Es lohnt sich also schon, das mal auszukosten. Außerdem leiten diese Ausflüge fast immer nette Abende ein, in deren Verlauf man nochmal zu den Vinos vorbeischaut. :)


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