Verfasst von: Marc Marius Müller | Januar 24, 2008

Erste Resultate – Ehrlich währt am längsten

Am Montag war unser Abgabetermin für unser Prolog-Programm. Mit einigem Murren – nicht zu Unrecht – akzeptierte unsere Professorin unser Dreierteam. Im Anschluss setzten wir uns sogleich ans Lernen, denn für den nächsten Morgen hatte sie gleich die Verteidigung angesetzt. Unser Lernaufenthalt bei McDonalds war nicht von Erfolg gekrönt, weil es zu laut war, auch im Café wenig Erfolg, letztendlich landeten wir doch wieder bei ihnen in der Wohnung.

Ich hatte mir schon die Folien angeguckt aus denen ich das Programm zusammengestellt kopiert hatte, wo es auch ein wenig erklärt wurde. Ich war mir einigermaßen sicher, es auch der Professorin erklären zu können. Da ich im Vorfeld auch einige Übungen gemacht hatte – ich hatte es ja eigentlich wirklich selber machen wollen – kante ich mich auch gut genug mit Listen aus um die etwas ungeschickt bezeichneten Methoden zu verstehen. Leider kamen Daniel und vitor nicht so gut klar undauch meine Erklärungsversuche scheiterten.

Am Dienstagmorgen um 9 Uhr ging es uns dann an den Kragen. Alma, unsere Professorin, kam herein und es war mehr als offensichtlich, dass sie vollkommen schlechte Laune hatte. Pablo, der vor uns dran war mit seiner Verteidigung scheiterte grandios. Bei uns kam sie auch direkt auf den Punkt. “Jungs, auch ich habe einen Internetanschluss”. Ok, wir waren aufgeflogen. Ich wollte gerade einpacken und gehen, als sie dann forderte, um uns zu beweisen, dass wir es verstanden haben, sollten wir das Programm modifizieren. Daniel und Vitor – beide so gut wie nie in der Vorlesung gewesen – schluckten, mir kam eine Idee.

Nachdem es alles nicht klappte, was ich ungern eingestehen wollte, kam heraus, dass die geforderte Modifikation nicht möglich war, Alma gestand, dass sie sich selber geirrt hatte, weil unser Programm anders arbeitete als sie dachte. Sie forderte eine weitere Änderung. Sie bestand allerdings darauf, dass Daniel und Vitor sie machten, ich mich nicht einmischen dürfte. Mir erklärte sie, dass sie sauer sei, weil die beiden nie da waren und sie eigentlich wisse, dass ich mehr drauf hätte als die beiden. Woher sie das wissen wollte war mir unklar aber ich wollte nicht widersprechen.

Nach einigen Minuten hatte ich separat eine Lösung erarbeitet und Alma war zufrieden. Ich durfte es Daniel und Vitor aber nicht verraten. Gegen Ende der Vorlesung, also nach 2 Stunden, hatten Vitor und Daniel immernoch keine Lösung und Alma hielt einen abschließenden ermahnenden Vortrag. Von 5 Gruppen hatten 3 Lösungen aus dem Internet präsentiert. Pablo hatte es zwar nicht aus dem Internet, aber sein Programm lief nicht und er schien auch nicht verstanden zu haben worum es geht. 1 von 5 war also die magere Ausbeute. Im Anschluss wurden Daniel und Vitor nochmal extra ins Visier genommen und mit Almas Zorn bedacht.

Ich hatte zuvor gebeichtet wie unsere Lösung zustande gekommen war, dass sie aus einem deutschen Buch stammt, welches ich im Netz gefunden hatte, als ich eigentlich einen Algorithmus zum rekursiven Summieren von Listenelementen gesucht hatte.

Alma bescheinigte Daniel und Vitor, dass sie durchgefallen sein und noch bis Freitag eine Galgenfrist hätten. Ich fühlte mich einfach einmal eingeschlossen, da wir als Gruppe gearbeitet hatten. Dann jedoch erklärte sie uns, dass ich bestanden hätte, weil ich ihr trotz des nicht selbst entwickelten Programms auch die Einzelheiten erklären konnte und als einziger die Lösung für ihre Modifikation gefunden hatte. Ich hätte somit gezeigt, dass ich das geforderte Grundverständnis von Prolog hätte.  Zum Glück sahen Daniel und Vitor das ähnlich und waren nicht sauer, wobei ich ihre Enttäuschung natürlich verstehen konnte. Alma erklärte mir jedoch im Nachhinein, dass sie es auch sehr wichtig fand, dass ich im Gegensatz zu ihnen zugegeben hatte, es nicht selbst erarbeitet zu haben. “Wer mich für dumm verkaufen will, sollte wissen, dass ich ihm dann keinen Gefallen mehr tue”

Ehrlich währt also doch am längsten, auch wenn man erst später ehrlich wird :)

Mit diesem ersten positiven Resultat – immerhin die Hälfte eines Fachs bestanden – ging ich in den Geschichtspavillon und suchte nach den Noten für Historia del Cine Español. Es wurden keine Noten veröffentlicht, aber eine Namensliste mit Leuten die bestanden haben und mit Wackelkandidaten. Auf Seite zwei dann auch endlich “Mueller, Marc Marius”, ohne das Sternchen für Wackelkandidaten. Somit auch dieses Fach bestanden.

Geht gut los :)


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