Ja, es war vielleicht wirklich offensichtlich. Ich hatte Stress mit den Arbeiten. Stress, den ich eigentlich nicht hatte, aber mir gemacht habe. Und um mich davon abzulenken habe ich mich nicht erholt, sondern war Mittwoch Pizza essen bis morgens um 1 Uhr, Donnerstag mit den Mitstudenten bis 5 Uhr los, Freitag bis morgens um 2 Uhr DVD gucken und Billard spielen und Samstag war ich erst um 3 überhaupt im “Night”, dementsprechend auch erst um 6 wieder draussen. Sonntag hatte ich auch gearbeitet und war danach auch erst um 1 Uhr morgens zuhause, wegen des doofen Portweins
Als ich Dienstag nach dem erfolgreichen Einsammelnder ersten Resultate weniger Druck verspürte ging ich erstmal wieder José im Al Capone besuchen. Mein Kopfschmerz und das Schwindelgefühl waren zwar weg, aber fit fühlte ich mich auch nicht. Und leider sah man mir das an. José stellte fest, dass ich schonmal besser aussah – wenigstens nicht so rau wie er mit seiner Schwester umgeht – und stellte den Plan auf, Mittwoch zu den Thermen zu fahren. Gute Idee wie ich fand.
Gestern, Mittwoch, ging es also direkt nach der Uni los. Um kurz nach 20 Uhr traen wir uns beim Al Capone. Ich hatte wie gefordert nur meine Badehose und ein Handtuch zusätzlich mit. Nach einer Ecke Fahrt kamen wir außerhalb von Ourense zu einem ruhigen Fleckchen. Neben dem Fluß waren einige Becken aus Stein gebaut – im rustikalten Look und daher total urig – und man sah schon von weitem den Dampf aufsteigen.
Die Außentemperatur betrug ungemütliche 6°C und als ich so in Badehose da stand dachte ich nur daran, mir sicherlich den Tod zu holen, was mich aber immerhin vor den Klausuren retten würde. Kaum mit einem Fuß im Becken merkte ich aber die rund 40°C des Wassers. Ein wunderbares Gefühl, und ähnlich wie man einen guten Schnaps auf dem Weg nach unten verfolgen kann, verfolgte ich die in mir aufsteigende Wärme und Entspannung. Von den folgenden Gesprächen mit José, Rubén – sein Cousin – und dessen Kumpel bekam ich nicht so viel mit, da ich bewusst alles ausblenden wollte.
Eine gefühlte Ewigkeit später, mit einem Kreislauf, der jenseits von gut und Böse gelegen haben muss, ging es schnell in die Klamotten und ab zum Restaurant wo José uns vorher schon per Telefon Calzone bestellt hatte. Ich war also komplett entspannt, vollends gesättigt und zufrieden.
Ich hab zwar leider nicht geschlafen wie ein Stein, aber trotzdem fühle ich mich heute wie neu geboren. Ich glaube, da war ich nicht zum letzten Mal