Am Donnerstag war ich seit langem mal wieder mit meinen Mitstudenten unterwegs. Nachdem ich ihnen erst eine Weile zugucken musste, wie sie unter Einfluss etlicher Biere versuchten Schach zu spielen konnte ich sie überzeugen, dass es an der Zeit sei, langsam loszugehen. Es war knapp 1 Uhr morgens. So begaben wir uns also in Richtung Plaza de la Mercedes und hatten im Gepäck etwas Cola und Rotwein sowie Becher. Unterwegs wurde noch Eis dazu gekauft.
Dem geneigten Leser geht es eventuell wie mir: Cola und Rotwein? Ja, leider richtig gelesen. Dieses Gemisch wird hier leider oft zum “Vorglühen” benutzt, da es sehr billig ist. So füllten sich unsere 0,5 l Becher auch verhältnismäßig schnell. Es war das erste Mal, dass ich dieses Gebräu getrunken habe – bisher hatte ich es immer geschafft mich zu weigern. Aber nun gut, es ist kurz vor meiner Abreise, da probiert man noch einmal Sachen, die man sonst nicht probieren würde. Das Resultat: Es schmeckt so merkwürdig wie es klingt. Und da es auch nur mit dem allerbilligsten Rotwein gemacht wird bekommt man gerne mal Bauchschmerzen – sowie furchtbare Kopfschmerzen am nächsten Morgen, was mir aber erspart blieb.
Nachdem wir zu dritt die zwei Tetrapacks Wein geleert hatten ging es weiter in Richtung Vinos. Also irgendwelche Kneipen aufsuchen. Im Gabana lief ausnahmsweise mal eher elektronische Musik und trotzdem wollte der Großteil unserer mittlerweile gewachsenen Gruppe dort hinein. Irgendwann aklimatisierte sich auch mein Bauch und mein Magen schloss Frieden mit dem Calimocho. Also hab ich mal versucht ein wenig zu tanzen, was auch gut klappte, bis ich von einem homosexuellen Tänzer massiv angegraben wurde. Da er vermutlich stark alkoholisiert war – er machte jedenfalls den Eindruck – wollte er partout nicht auf mich hören als ich ihn beschwor es sei für uns beide besser, wenn er sich einen anderen suche, da ich seine Neigung nicht teile. Irgendwie wurde er leider nach einiger Weile etwas aggressiv und fing an mich auffällig anzurempeln und ein wenig umher zu schubsen, was allerdings nach einem leichten körperlichen Verweis auch endete. Trotzdem überredete ich den Rest meiner Truppe den Ort zu wechseln.
Wir endeten in einer sehr kleinen Kneipe wo es leider zu Kurzen überging. Den ersten Licorcafé trank ich noch in der Hoffnung, dass er meinen Magen weiter aufräumt, was natürlich nicht klappte. Ein weiterer Chupito folgte und ich merkte, dass der Zeitpunkt gekommen war, da es galt, mit dem Trinken aufzuhören. Leider lud uns der Barkeeper ein, eine Runde aufs Haus zu trinken. Meine inständige Weigerung wurde zunächst missverstanden, aber als ich erklärte, das sei nichts persönliches, aber man müsse nunmal seine Grenzen kennen verstand er langsam. Während einer meiner Kollegen sich nach der vorherigen Runde nicht mehr allzu gerade fortbewegen konnte erklärte der Barkeeper meinen Mitstudenten, dass die Deutschen nunmal ein sehr diszipliniertes Volk seien und sie sich lieber ein Beispiel nehmen sollten, wenn sie es im Leben zu was bringen wollten. Die Reaktionen gingen von leichtem Beleidigtsein bis hin zu schallendem Gelächter. Ich verweigerte jeden Kommentar.
So endete der Abend dann doch recht bald, da meine Mitstudenten den Wunsch äußerten mich einmal hemmungslos abfüllen zu wollen, womit ich nicht so ganz einverstanden war. Also trennten sich unsere Wege gegen halb 5 dann doch früher als erwartet – ich rede von spanischem Maßstab 